Wo kann man sehen ob ein gewerbe angemeldet ist?

Wo kann man sehen ob ein gewerbe angemeldet ist?

Wenn man in die Selbstständigkeit starten will sind alle Gewerbetreibende dazu verpflichtet, ihr Gewerbe anzumelden. Jeder Gründer ist Gewerbetreibender und muss ein Gewerbe anmelden. Die Gewerbeordnung besagt, wenn Sie einer Tätigkeit selbstständig und regelmäßig nachgehen und wenn sie das Gewerbe zum Erzielen von Gewinnen betreiben üben Sie ein Gewerbe aus. Dabei ist es egal welche Rechtsform des Betriebes sie haben. Ausnahmen gibt es hier für Freiberufler oder in der Landwirtschaft selbstständig Arbeitende. Menschen die Tätigkeiten ausüben die zu den Freien Berufen zählen müssen kein Gewerbe anmelden. Freiberufler müssen sich aber beim Finanzamt melden. Selbstständige in den Bereichen der Urproduktion müssen nicht zum Gewerbeamt. Ebenso sind Menschen die ihr eigenes Vermögen verwalten, indem sie eigene Grundstücke oder Gebäude verpachten oder vermieten von der anmeldepflicht ausgeschlossen. Die Anmeldepflicht besteht sobald sie eine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen. Außerdem muss das Gewerbeamt informiert werden, wenn die Rechtsform des Betriebes oder die Art der gewerblichen Tätigkeit verändert wird. Wenn Sie neue Gesellschafter aufnehmen oder den Betrieb einstellen ist das auch Auskunftspflichtig.  Woher kann man wissen, dass man ein Gewerbe angemeldet hat oder nicht? Ein Gewerbe ist dort anzumelden, an dem es auch ausgeübt wird. Das muss nicht unbedingt der Wohnort sein. Es muss der Ort sein, in dem das Gewerbe ausgeübt wird oder angemeldet wurde. Dort kann man den Gewerberegister Auszug anfordern und sehen ob ein Gewerbe angemeldet ist. Durch eine Gewerberegisterauskunft können öffentliche und nicht-öffentliche Stellen in Deutschland Auskunft über die im Gewerberegister gespeicherten Daten bekommen. Eine Gewerberegisterauskunft ist kostenpflichtig. Die Gebühren sind je nach Gemeinde und Auskunftsart unterschiedlich. Es gibt zum einen die einfache Gewerbeauskunft und zum anderen die erweiterte Gewerbeauskunft. Die einfache Auskunft beinhaltet den Namen, die Betriebsanschrift und die Tätigkeit des jeweiligen Gewerbes. Die erweiterte Auskunft hingegen kann den Handelsregistereintrag, die Rechtsform, den An-und Abmeldedatum sowie die Niederlassungen, die Privatanschrift, Geburtsdatum des Geschäftsführers und weitere Informationen beinhalten. Ein Gewerberegister ist ein Verzeichnis in Deutschland welches gemäß der Gewerbeordnung (GewO) Paragraph 14 von den Kommunalverwaltungen geführt wird. Laut der GeWo Paragraph 14 Absatz 1 besteht die An-, Um- und Abmeldung eines Gewerbes bei einer Zweigniederlassung oder einer Zweigstelle. Doch da es für die Einzelkaufleute und Gewerbetreibende keine Pflicht gibt, sich in das Handelsregister eintragen zu lassen, können diese Leute auch keinen Handelsregisterauszug abrufen. Deswegen müssen die Angaben zu einem angemeldeten Gewerbe direkt bei den Behörden, zum Beispiel dem Gewerbeamt oder Wirtschaftsamt eingeholt werden. Bei den Ämtern kann man erfahren, seit wann man ein Gewerbe angemeldet hat oder hatte. Diese Auskunft wird in Form eines Gewerberegisterauszuges zur Verfügung gestellt. Das macht die jeweilige Gemeinde. Alternativ gibt es neben den schriftlichen Anfragen auch die Möglichkeit die Gewerberegisterauskunft auch auf elektronischem Wege einzuholen. Es können Grunddaten Name, Anschrift und Tätigkeit eines Unternehmens zur Verfügung gestellt werden ohne ein bestimmtes Interesse an der Kenntnis der Daten anzugeben. Für weitergehende Daten sowie der schriftlichen Anfrage muss immer ein berechtigtes Interesse ausgeführt werden. Klicken Sie hier, um zu lesen.

Wenn man sein Gewerbe nicht angemeldet hat und keinen Gewerbeschein besitzt sind mit hohen Bußgeldern zu rechnen. Denn dann muss man die Steuern, die zuvor nicht gezahlt wurden mit Verzugszinsen rückwirkend zahlen.
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Gewerbeanmeldung Kleingewerbe

Gewerbeanmeldung Kleingewerbe

Ein Kleingewerbe ist eine Gewerbebetrieb dessen Betreiber sich nicht an die Bestimmungen aus dem HGB halten müssen. Sie Unterliegen den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).  Wenn Sie also nicht viele MItarbeiter beschäftigen wollen sowie nicht hohe Umsätze und Gewinne in Planung haben können Sie Ihr Gewerbe als Kleingewerbe anmelden. Ihr Unternehmen gilt dann als Kleingewerbe wenn es ein Einzelunternehmen oder GbR ist. Das bedeutet, dass ein Kleingewerbe ein Unternehmen ist, dass nicht mehrere Hunderttausend Euro Umsatz im Jahr erwirtschaftet. Sie Gründung als Kleingewerbe gilt dann, wenn man alleine gründet. Dann zählt man als EInzelunternehmen. Wenn sich mindestens zwei Personen für die Gründung zusammenschließen, ergibt sich daraus eine Gesellschaft bürgerlichen REchts (GbR). Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts fällt auch unter den Begriff Kleingewerbe. Sie wird nicht in das Handelsregister eingetragen und ist damit auch kein Handelsgewerbe. Wenn Sie sich in das Handelsgewerbe eintragen, haben SIe den Status als Kaufmann. Somit gilt man nicht mehr als Kleingewerbe. Bei einer Gründung als GmbH oder UG ist eine Eintragung in das Handelsregister erforderlich. Dieser Eintrag erfolgt über ein Notar. Klicken Sie hier für weitere Informationen.

Wenn Sie ein Gewerbe anmelden möchten, müssen Sie sich bei dem Gewerbeamt welches für Sie zuständig ist melden. Dort erwerben Sie den Gewerbeschein der für die Gewerbeanmeldung nötig ist. Die Kosten liegen zwischen 20-50 Euro. Viele Ämter bieten diesen Service inzwischen auch Online an. Zu Beachten ist, dass vor der Anmeldung die benötigten Genehmigungen vorliegen sollten. Eine Eintragung in das Handelsregister ist nicht notwendig. Das bedeutet man spart sich die Zeit und das Geld für einen Notargang. Es muss keine Eröffnungsbilanz erstellt werden. Daher ist die Anmeldung eines Kleingewerbes günstiger im gegensatz zu einer eintragungspflichtigen Rechtsform. Aber es spielen natürlich weitere Gesetze und Vorschriften eine Rolle die aber für ein Kleingewerbe sehr einfach gehalten sind. Wenn Sie ein Gewerbe anmelden sind sie Gewerbesteuerpflichtig. Jedoch zahlen viele aufgrund des Freibetrags keine Gewerbesteuer. Ihr Kleingewerbe müssen Sie auch beim FInanzamt anmelden. Nach der Anmeldung bekommen Sie automatisch einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und eine Steuernummer. Wenn Sie Waren oder Dienstleistungen innerhalb der EU umsatzsteuerfrei verkaufen oder erwerben möchten, müssen Sie eine Umsatzsteueridentifikationsnummer besitzen. Diese kann über das Bundeszentralamt für Steuern vergeben werden. Als Kleingewerbe müssen Sie auch eine Betriebsnummer beim Arbeitsamt beantragen. Diese müssen Sie sobald Sie ein Mitarbeiter anstellen bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen. Die Nummer benötigt man bei der Anmeldung der Sozialversicherung als auch bei der Krankenkasse. Nach der Gewerbeanmeldung ist die Mitgliedschaft bei der Industrie- und Handelskammer nötig. Bevor Sie aber Ihr Kleingewerbe anmelden sollten Sie sich erkundigen, ob das Gewerbe in die Handwerksrolle eingetragen werden muss. Dazu gehören folgende Personen: wer die Meisterprüfung in dem zu betreibenden Handwerk abgelegt hat, wer die Meisterprüfung in einem fachlich-technisch verwandten Handelswerk abgelegt hat, wer eine mindestens gleichwertige fachbezogene deutsche Prüfung abgelegt hat, wer eine Ausübungsberechtigung nach § 7a oder § 7b HWO (Altgesellenregelung) besitzt oder wer eine Ausnahmebewilligung nach § 8 HWO oder als EU-Staatsbürger eine Ausnahmebewilligung nach § 9 HWO für das zu betreibende oder ein verwandtes Handwerk besitzt. Wer ein Kleingewerbe anmeldet muss sich auch bei der Berufsgenossenschaft anmelden. 

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Gewerbeanmeldung Finanzamt

Gewerbeanmeldung Finanzamt

Jeder der in Deutschland eine selbstständige Tätigkeit aufnimmt muss – mit Voraussetzung der dauerhaften Gewinnerzielung – dafür ein Gewerbe anmelden. Um Ihre Geschäftsidee in die Realität umzusetzen kann man die Amtswege leider nicht umgehen. Die meisten Menschen denken an erster Stelle an die Gewerbeanmeldung. Doch damit ist es noch lange nicht erledigt. Die Anmeldung sollte innerhalb von vier Wochen erfolgen. Bei der Existenzgründung spielt das Finanzamt eine sehr große Rolle. Egal ob Neben- oder Hauptgewerbe beides ist beim FInanzamt zu melden. Das Finanzamt ist für die steuerliche Erfassung Ihres Unternehmens zuständig und erteilt Ihnen eine Steuernummer. Nach der Anmeldung beim Gewerbeamt bekommen Sie vom Finanzamt einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zugeschickt- Dies passiert automatisch. Als Freiberufler hingegen muss man diesen Schritt zum Finanzamt selber machen, da man kein Gewerbe anmeldet. Dafür gibt es eine Frist von 4 Wochen nach dem Start der Tätigkeit. Wenn man jedoch Waren oder Dienstleistungen innerhalb der Europäischen Union umsatzsteuerfrei verkaufen oder kaufen möchte ist eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer zu beantragen. Das können Sie beim Bundeszentralamt für Steuern tun und bekommen auch von dort Ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren.

Für die Notwendigen Angaben, die man in dem Formular vom Finanzamt ausfüllen muss, kann man sich an folgende Faustformel richten: Betriebliche Einnahmen abzüglich betriebliche Ausgaben ergibt den Gewinn oder auch den Verlust. Wichtig ist realistisch zu kalkulieren, um höhere Steuernachzahlungen an das Finanzamt in den folgenden Jahren zu vermeiden. Das Finanzamt ordnet Ihre Tätigkeit steuerlich, auf Basis des Fragebogens, ein und erteilt Ihnen die Steuernummer. Des weiteren legt Sie auch die steuerlichen Vorauszahlungen fest. Deshalb ist das Finanzamt einer der wichtigsten Anlaufstellen für alle Existenzgründer. Egal ob Sie ein Einzelunternehmen, eine Kapitalgesellschaft oder eine Personengesellschaft sind. Steuerliche Vorauszahlungen sind zum einem Einkommens-, Köprperschaft-, Gewerbe-und Umsatzsteuer. Nur die Umsatzsteuer wird nicht vom Finanzamt festgelegt. Die Vorauszahlung für die Umsatzsteuer erfolgt im Rahmen der monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung (UStVA) beim Finanzamt. Die Steuernummer ist gesetzlicher Bestandteil und muss bei jeder Rechnungsstellung angegeben werden. Die Steuernummer und die Umsatzsteuer Identifikationsnummer dienen der eindeutigen Kennzeichnung des Steuerpflichtigen. Als Tipp können Sie auch im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung den Status eines Kleinunternehmers beantragen, denn dann müssen Sie keine Umsatzsteuer zahlen. Dann ist aber zu achten, dass Sie auf Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen. Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung kann man auch auf der Seite des Bundesfinanzministeriums zum Download finden. Der Fragebogen kann online auf dem Elster Portal ausgefüllt werden. Der Fragebogen kann grundsätzlich ohne ein Fachwissen ausgefüllt werden. Der Fragebogen setzt sich aus folgenden Teilen zusammen: Den Allgemeinen Angaben, Angaben zur gewerblichen, selbständigen (freiberuflichen) Tätigkeit, Angaben zur Festsetzung der Vorauszahlungen, Angaben zur Gewinnermittlungen, Freistellung vom Steuerabzug, Anmeldung und Abführung der Lohnsteuer, Anmeldung und Abführung der Umsatzsteuer. Welches Finanzamt für Sie zuständig ist, hängt davon ab wo der Gründer wohnt. Es gibt auch Ausnahmen wie zum Beispiel für Freiberufler. Sie wenden sich an das Finanzamt das auch bisher für die steuerlichen Angelegenheiten zuständig war. In vielen Gemeinden ist mittlerweile auch eine Online Anmeldung des Gewerbes möglich und spart den Gang zu den Ämtern. Sie können somit alle Ihre Amtsgänge von zu Hause aus erledigen.  


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Wen verständigt das Gewerbeamt bei einer Gewerbeanmeldung?

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Wen verständigt das Gewerbeamt bei einer Gewerbeanmeldung?

Gewerbeanmeldung erfolgreich – wie geht es weiter?

Wer die Gewerbeanmeldung erfolgreich abgeschlossen hat, kann bereits die nächsten Schritte in Angriff nehmen. Lies hier nach, wie es jetzt weitergeht:

In diesem Artikel findest du wichtige Informationen zu folgenden Fragen, die sich jedem Gründer stellen:

  • Was sind die nächsten Schritte nach der erfolgreichen Anmeldung?
  • Welche Behörden werden automatisch vom Gewerbeamt über die Gewerbeanmeldung informiert?
  • Welche Behörden muss der Existenzgründer selbst verständigen?
  • Was ist nach dem Gewerbeanmelden zu beachten?

Grundsätzliches über die Gewerbeanmeldung

In Deutschland darf jeder ein Gewerbe anmelden. Dazu muss man bestimmte Voraussetzungen wie Volljährigkeit und Geschäftsfähigkeit erfüllen. Die selbstständige Tätigkeit ist – mit Ausnahme von freien Berufen nach § 14 Gewerbeordnung – verpflichtend beim Gewerbeamt zu melden.

Wenn du einen Gewerbeschein beantragst, überprüft das Gewerbeamt, ob du über die notwendigen Qualifikationen verfügst. Je nach Gewerbe werden bestimmte Ausbildungen und/oder Fähigkeiten gefordert.

ÜBRIGENS: Ein Gewerbe ist in Deutschland von jedem, der selbstständig tätig sein möchte und nicht als Freiberufler anerkannt ist, anzumelden. Dabei ist es egal, wie groß oder klein das Unternehmen ist und ob die Tätigkeit nebenberuflich oder im Vollgewerbe ausgeübt wird.

Wer wird vom Gewerbeamt informiert?

Zu den Aufgaben des Gewerbeamtes zählt auch die Benachrichtigung weiterer Behörden und Verbände, wenn ein Gewerbe angemeldet wird. Für dich als Unternehmer heißt das, dass du nicht selbst von Amt zu Amt laufen musst, um über dein Gewerbe zu informieren.

Die Weiterleitung deiner Gewerbetätigkeit erfolgt aber nicht nur, um dir das Leben als Unternehmer zu erleichtern. Mit der Anmeldung eines Gewerbes entstehen auch Pflichten, die es zu erfüllen gilt.

Welche Stellen werden vom Gewerbeamt informiert?

Wenn du ein Gewerbe anmeldest, geht diese Information automatisch an diverse Stellen weiter. Die Meldung deiner gewerblichen Tätigkeit erfolgt – je nach Gewerbe – unter anderem an folgende Behörden und Institutionen:

  • Finanzamt
  • Industrie- und Handelskammer
  • Handwerkskammer (für Handwerksbetriebe und handwerksähnliche Gewerbe)
  • Handelsregister (für die Rechtsformen GmbH, AG, OHG, KG)
  • Krankenkasse (falls du Mitarbeiter beschäftigst)
  • Bundesagentur für Arbeit (falls du Mitarbeiter beschäftigst)
  • staatliches Gewerbeaufsichtsamt

Einige der genannten Behörden und Institutionen werden dir Unterlagen zusenden und deine Daten und Angaben überprüfen. Diese sind auszufüllen und fristgerecht zurückzuschicken.

Wen muss man nach der Gewerbeanmeldung verständigen?

Wie oben angeführt, übernimmt das Gewerbeamt automatisch die Verständigung weiterer Behörden und Verbände. Alle Bereiche sind damit jedoch nicht abgedeckt. Als Gewerbetreibender musst du nach dem Gewerbeanmelden einige Stellen selbsttätig über die Existenzgründung informieren:

Der Gewerbetreibende muss sich bei der zuständigen Berufsgenossenschaft anmelden. Dabei handelt es sich um den Sozialversicherungsträger der gesetzlichen Unfallversicherung für Unternehmen und Mitarbeiter. Die Berufsgenossenschaft ist nach Sozialgesetzbuch VII für die Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen, für Rehabilitation und finanzielle Entschädigungen zuständig. Binnen einer Woche ab Anmeldung des Gewerbes musst du den Fragebogen anfordern, ausfüllen und mit einer Kopie des Gewerbescheins zurücksenden.

Mit der Anmeldung wirst du automatisch Mitglied in der Industrie- und Handelskammer und/oder – bei handwerklichen und handwerksähnlichen Betrieben – der Handwerkskammer. Die IHK vertritt die Interessen der Gewerbetreibenden.

Die Mitgliedschaft zur IHK ist für gewerblich Tätige Pflicht. Ausgenommen von dieser Regelung sind Landwirte, Freiberufler und Handwerker. Kammerzugehörige müssen Mitgliedsbeiträge bezahlen. Diese setzen sich aus einem fixen Grundbetrag und einer Umlage zusammen. Nähere Informationen erhältst du bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer, dem Gewerbeamt oder auch auf Internetseiten wie www.KleingewerbeAnmelden.org.

TIPP: Nutze die Pflichtmitgliedschaft zur Industrie- und Handelskammer, indem du Fortbildungs- und Seminarangebote in Anspruch nimmst.

Falls du Mitarbeiter beschäftigst, musst du bei der Bundesagentur für Arbeit eine Betriebsnummer anfordern. Die Betriebsnummer brauchst du für die An- und Abmeldung von Mitarbeitern bei der Krankenkasse.

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Was ist nach dem Gewerbeanmelden noch zu tun?

Du siehst, dass auch nach dem Gewerbeanmelden noch einiges zu tun ist. Vor allem Behördengänge stehen an und auch das eine oder andere Formular ist auszufüllen und fristgerecht einzureichen. Die meisten Stellen werden von sich aus tätig und treten an dich heran. Allen voran das Finanzamt, das dein Unternehmen nach § 138 Abgabenordnung steuerlich zu erfassen hat.

Steuerliche Erfassung durch das Finanzamt

Als Existenzgründer wird dir vom Finanzamt ein Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zugestellt. Dieser 8seitige Erfassungsbogen lässt sich am besten mit Hilfe des Steuerberaters oder eines Dienstleisters wie KleingewerbeAnmelden.org ausfüllen. Fehlerhafte und/oder unvollständig ausgefüllte Teile kosten Zeit und können zu Konsequenzen wie Geldbußen und Vorauszahlungen führen.

Neben allgemeinen Angaben ist Folgendes im Fragebogen zu erfassen:

  • Informationen zur gewerblichen Tätigkeit
  • geplante Einkünfte und geplanter Gewinn
  • Gewinnermittlungsart
  • Anmeldung und Abführung der Lohnsteuer (falls du Mitarbeiter beschäftigst)
  • Anmeldung und Abführung der Umsatzsteuer
  • Soll-/Ist-Versteuerung
  • eventuelle Steuerbefreiungen und -Reduzierungen

TIPP: Lass dich beim Ausfüllen des Fragebogens unbedingt beraten. Die Zahlen, die du einreichst, müssen realistisch sein – gerade wenn es um Umsatz und Gewinn geht. Anhand des Erfassungsbogens berechnet das Finanzamt unter anderem, ob und in welcher Höhe Einkommensteuer-Vorauszahlungen anfallen.

Antrag auf Befreiungen

Abhängig von dem Umsatz, den du machen wirst, kannst du um Befreiung von der Umsatzsteuer ansuchen. Durch die Kleinunternehmerregelung nach § 19 Umsatzsteuergesetz profitierst du von buchhalterischen Vereinfachungen und Steuererleichterungen.

Die Befreiung gilt für Gewerbetreibende, wenn …

  • … der Vorjahresumsatz 17.500 Euro nicht übersteigt UND
  • … der Umsatz im aktuellen Geschäftsjahr unter 50.000 Euro bleibt.

Versicherungen abschließen

Bevor du die gewerbliche Tätigkeit endgültig startest, solltest du dich über Versicherungen informieren. Was passiert, wenn du bei deiner Arbeit Schaden verursachst? Wie geht man mit Schäden im Unternehmen um? Landet man vor Gericht – wer bezahlt denn dann die Kosten? Es ist wichtig, dich gegen bestimmte Risiken und mögliche Schadensfälle abzusichern! Lass dich beraten, welche Versicherungen für dich sinnvoll sind:

  • Gewerbliche Versicherung wie die Betriebshaftpflichtversicherung (für den Fall, dass du, deine Mitarbeiter oder deine Produkte Schaden verursachen)
  • Betriebliche Versicherung wie die Geschäftinhaltversicherung (für Schäden an Einrichtung, Maschinen, Waren etc.)
  • Firmen-Rechtsschutzversicherung (für eventuelle Rechtsstreitigkeiten)

Start der gewerblichen Tätigkeit

Sobald du deinen Gewerbeschein in Händen hältst, hast du die offizielle Bestätigung, dass dein Gewerbe ordnungsgemäß angemeldet wurde. Damit kannst du die gewerbliche Tätigkeit starten. Viel Erfolg!

Fazit:
Wer in Deutschland selbstständig tätig sein möchte und dabei nicht als Freiberufler gilt, ist verpflichtet, ein Gewerbe anzumelden. Die Bürokratie, die hinter diesem Prozess steckt, mag gerade anfangs abschreckend wirken. Holt man sich Unterstützung von beratenden Stellen wie www.KleingewerbeAnmelden.org ist aber alles halb so schlimm!

Mit der Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt werden automatisch auch weitere wichtige Behörden, Ämter und Institutionen verständigt. Es ist nicht nötig, dass du als Existenzgründer mit diesen Stellen in Kontakt trittst.

Unter anderem wird das Finanzamt auf dich zukommen und die steuerliche Erfassung des Betriebs vornehmen. Das ist die aufwändigste, größte und komplizierteste Hürde beim Gewerbeanmelden.

Hast du alle anfallenden Formalitäten erfolgreich gemeistert, steht der Gewerbetätigkeit nichts mehr im Weg. Bestens vorbereitet und den gesetzlichen sowie steuerrechtlichen Richtlinien entsprechend kannst du dein Unternehmen nun starten.